Rundbrief Mai 2010,
Europäisches Institut Conflict-Culture-Cooperation zurück
Liebe Freundinnen und Freunde,
ich freue mich, Ihnen/Dir mitteilen zu können, was in dem letzten Viertel-Jahr los war. Auch möchte ich auf die Seminare und Ausbildungen hinweisen, die noch diesen Sommer beginnen.
Termine in der nächsten Zeit: mehr Information unter www.eiccc.org
Hier noch mehr Information: (Das Ganze mit Bildern unter www.eiccc.org/rundbrief110.htm)
Gewaltpräventionsprojekte:
Lebenswelt Konflikt:
So ist auch dieses Jahr das Projekt „Lebenswelt Konflikt“ wieder völlig anders verlaufen als die Jahre davor. Ein Schwerpunkt, des vom Jugendamt der Stadt Nürnberg in Auftrag gegebenen Projektes, ist dieses Jahr die Frage, wie Kinder emotionale Sprache lernen. Der Stadtteil, in dem dieses Jahr das Projekt durchgeführt wird, ist ein sogenannter Brennpunkt. Die Kinder im Kindergarten, Hort und Grundschule kommen von Elternseite aus den unterschiedlichsten Ethnien. In dem Spiel „welcom diversity“ haben wir diejenigen, die zwei und mehr Sprachen können, gebeten auf den Stuhl zu steigen. Alle standen auf den Stühlen, sogar die „Ausnahme“ Madeleine, die ein bisschen englisch und etwas italienisch konnte. In den drei Einrichtungen entstanden unterschiedliche Ideen: so im Kindergarten die Drachensprache, die emotionale Wörter wie Freude, Trauer, Wut und deren Verben, sowie der körperliche Ausdruck vermittelt. Im Hort eine Wortwerkstatt zu den Wörtern „“Ehre“ und „Liebe“, mit abschließenden Talkrunden. Die transkulturellen Projekte schaffen Raum für das Lernen durch den Unterschied, der aber nicht gebunden ist, an die stereotypen Vorstellungen von Kultur. Für die Elternarbeit wurde ein Gesprächsset entwickelt, dass Eltern in den Prozess mit einbezieht und eine echte Alternative zum Gespräch über den „Beobachtungsbogen“ ist.
WIR- Werte-Integration-Resilienz
Unser W-I-R – Projekt (Werte-Integration-Resilienz) wurde nun auch in der Regelschule ausgetestet und es hat funktioniert. Dieses interaktive Werkzeug mit den vier „Spezialisten“ kam gut bei den Kindern an. Wir haben noch vieles umstellen müssen, da die erste Entwicklung sich auf reformpädagogische Grundschulen mit Altersmischung ausgerichtet war. Im reformpädagogischen Bereich konnten wir von der selbstständigen Arbeit in Gruppen ausgehen. Dies ist im Regelschulsystem nicht die Norm. Dank an alle Kinder und Lehrkräfte, die uns dabei unterstützt haben. Nun haben wir ein sehr gutes „Werkzeug“ zur Gewaltprävention für die Grundschulen entwickelt. Wir werden im Herbst noch weitere Schulen besuchen, und hoffen das Gesamte im Winter 2010/11 mit den ersten Ausbildungen für MultiplikatorInnen weitergeben zu können. Eine sehr gute Einführung in das Projekt findet in einer deutsch-tschechischen Fortbildung vom 9.-12.6.2010 in Nürnberg statt. (Die Fortbildung ist sehr günstig 80.-€ incl. Ü/Verpf.)
Peace Counts in Franken
Die interaktive Ausstellung „Peace-Counts“ findet vom 13.-24.6.2010 im Eckstein in Nürnberg statt. Die Ausstellung richtet sich an Schüler der 6-10.Klasse. Die BetreuerInnengruppe ist sehr motiviert und hat die Workshops weiter verbessert. Eine Ausstellungswand „Peace Counts – Regional“ ist dabei entstanden.
Transkulturelles Lernen – Interkulturelle Kompetenz
Südtirol
In Südtirol konnten wir (Cusanus-Akademie) den 4. Kurs zur interkulturellen Kompetenz ebenfalls weiterentwickeln. Die Teilnehmenden schufen auch dieses Jahr sehr vielfältige und interessante Projekte für ihren regionalen Bereich. Der 5. Kurs beginnt im Herbst 2010 in Brixen. Ebenfalls in diesem Zeitraum beginnt ein Aufbaukurs für alle Teilnehmenden der vorangegangenen Programme. In dem Aufbaukurs wird stark auf die Prozesse in Südtirol eingegangen.
Mit dem Schulamt Bozen konnte ich an der Weiterentwicklung der beruflichen Schulberatung mitarbeiten. Der Lehrgang zum/r Schulberater/in endete im Februar 2010. In der Vernetzung und Vertiefung der Arbeit bin ich involviert. Ich bedanke mich hier für das Vertrauen, und ich freue mich dass ich hier ganz konkrete Impulse setzen konnte. Ebenfalls freue ich mich über die weitere Zusammenarbeit, denn in einige Landesberufsschulen existieren Konzepte, die beispielhaft für den Beratungsarbeit in der beruflichen Bildung sind.
Ebenfalls mit dem Schulamt beteilige ich mich an der Ausbildung in der Ausbildung „Deutsch als Zweitsprache“ sowie durch einen Kurs zur „praktischen Werteerziehung“. Der Grundkurs „Werte und Kultur“ beginnt Ende August in Brixen. Auf diesen Kurs freue ich mich sehr, denn hier können viele Ansätze aus dem Buch „die Wertekiste“ unmittelbar umgesetzt werden. Der Kurs ist ebenfalls recht günstig und für Lehrkräfte und ErzieherInnen in Südtirol kostenlos.
Ich war dieses Frühjahr in so vielen interessanten Seminaren in Südtirol, dass es mir schon fast wie eine zweite Heimat erscheint. In manchen Seminaren, so z.B. in einem Kurs zur Zivilcourage, entstand eine Diskussion über die Ausländer und die „Einheimischen“. Die Heftigkeit der Auseinandersetzung hat mich dabei sehr überrascht. Ich finde diese Überraschungen wichtig. Es ist faszinierend wie ich immer etwas Neues über die Menschen in diesem wunderschönen Teil der Welt lerne. Das ist eben ein wichtiger Teil des transkulturellen Lernens: neugierig sein auf das was kommt und achtsam mit sich und den anderen umzugehen.
Tschechien
Die deutsch-tschechische Ausbildung „Abenteuer Kultur“ ging im Januar zu Ende. Im Rahmen dieser Ausbildung entwickelte die Gruppe eine große Vielfalt an Projekten und Ideen. Wir, Dana und ich, hatten ein sehr großes Dankbarkeitsgefühl für diese zwei Jahre, die wir mit dieser Ausbildungsgruppe gegangen sind. In diesem Jahr haben wir das Glück, dass die Verantwortlichen des tschechischen Schulministeriums unsere Arbeit fördern wollen, und wir ab September einen neuen Kurs beginnen können.
Die Ausbildung zur transkulturellen TrainerIn, wir nennen sie: „Konflikt und Kultur“, beginnt am 8.-11.9.2010 im Böhmerwald. Diese Ausbildung qualifiziert die Teilnehmenden transkulturelle Trainings für die unterschiedlichsten Zielgruppen durchzuführen. Ohne große Werbung gibt es schon viele InteressentInnen. Wer Interesse an diesem Ausbildungsgang hat, sollte sich also beeilen, sich zu bewerben. Bewerbungsschluss ist der 15.8.2010, Informationen sind auf der Homepage zu finden.
Frankreich
Eine Brücke zwischen der deutsch-französischen Arbeit ist ein trinationales Projekt zum Dialog ohne Grenzen. In diesem drei-teiligen Projekt werden wir uns der transkulturellen Kommunikation zuwenden und Konzepte erarbeiten, die uns gerade bei Begegnungen zwischen Kulturen helfen könnten. Das erste deutsch-tschechisch-französische Seminar findet in Dresden statt, das zweite Seminar in Nordfrankreich im Herbst 2010. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage zu finden.
In der deutsch-französischen Zusammenarbeit konnte ich das DFJW (Deutsch-französische Jugendwerk) bei ihre Coach- Ausbildung unterstützen. Ich entwickelte ein Tool das für die Erstberatung von internationalen Gruppen gut zu gebrauchen ist. Das Tool basiert auf unserem ATCC Ansatz. Es dient dem Verstehen von Prozessen und hilft dabei auch gleich mögliche Potentiale zu wecken, die diese beiden Organisationen für ihre Zusammenarbeit brauchen. Die Coach können von deutsch-französischen Projektpartnern abgerufen werden. Die entsprechende Information findet sich unter www.dfjw.org
Ein weitereres interessantes Angebot, für die internationale Begegnungsarbeit, ist die Qualifizierung von deutsch-französischen TrainerInnen, um Programme zur interkulturellen Kommunikation durchführen zu können. „Miteinander reden“ – wie kann ein interkultureller Dialog gelingen? Eine erste wichtige Frage hierbei ist, wie kann eigentlich ein Dialog gelingen.
Das erste Seminar ist vom 26.-31.7.2010 in Frankreich. Weitere Informationen auf der Homepage.
Ausbildungen zur zivilen, gewaltfreien Konfliktbearbeitung (ATCC)
Ausbildung zur TrainerIn in ziviler, gewaltfreier Konfliktbearbeitung und transkulturellem Lernen
Der derzeitig laufende Kurs endet im Juli 2010 in dieser Form. Die neue Ausbildung hat eine neue Struktur. Sie hat mehr Seminare, ist noch praktischer geworden und widmet sich noch stärker der Umsetzung von gestaltpädagogischen Trainingsprogrammen. Sie wird vorwiegend in Nürnberg durchgeführt werden. Hierzu gibt es ebenfalls weitere Informationen auf der Homepage.
Coaching for Change (ATCC)
Dieser Grundkurs hat es in sich. Wir wollen uns in den einzelnen Seminaren den strukturellen Konfliktthemen zuwenden und damit arbeiten. Wie gelingen Veränderungen? Wie werden sie blockiert? Welche Rolle spielen hierbei die einzelnen Personen? Der Kurs findet zum größten Teil in Berlin statt. Er beginnt am 24.-26.6.2010 und umfasst 6 Seminare.
Ausbildung zum/r KonfliktberaterIn (ATCC)
Diese Ausbildung hat ebenfalls ein neues Format bekommen. Sie vermittelt die Kompetenz in Konflikten aus den umfassenden Fundus der humanistischen Psychologie zu schöpfen und in Achtsamkeit die Konfliktparteien zu befähigen ihren Konflikt zu einer konstruktiven Bearbeitung zu bringen. Die Beratungsmethode, die wir unter ATCC entwickelt haben ist vielfältig, transkulturell angelegt und bietet kreative Visualisierungstechniken. Eines ist sicher, in der Beratung lernt hier der/ die BeraterIn immer wieder dazu. Es ist ein gegenseitiger Entwicklungsprozess und keine Handeln „für“. Der Kurs wird 3.-5.2.2011 beginnen und in Südtirol stattfinden.
Arbeit mit Gruppen
Wir leben und arbeiten in „Gruppen“. Um Gruppenkonflikte zu verstehen braucht es ein Verständnis über die Prozesse, die in Gruppen ablaufen. Die Group-Relation-Methode ist eine sehr achtsame Form, um zu erkennen wie und was Strukturen in Gruppen bewirken. In der Kombination mit anderen Methoden der Wahrnehmung, wie z.B. Taketina oder von uns entwickelte Simulationsübungen, gelingt der Zugang zu dem Wesentlichen sehr schnell. Dazu gibt es einen Flyer, die Termine für 2010/ 2011, zum Vormerken: 16.-19.9.2010 (Norddeutschland) ; 5.-9.4.2011 (Niederkaufungen) ; 20.-25.6.2011 (St. Antoine, F) ,
Weiterhin führe ich regelmäßig offene Supervisionsgruppen durch (Bitte nachfragen). Organisationen und Teams, die eine konstruktive und zeitlich begrenzte Unterstützung für ihre Entwicklung suchen, können gerne bei mir anfragen. Wir können dann ein Erstgespräch vereinbaren und dann weitersehen ob ich in diesem Kontext nützlich sein kann. Ähnlich sieht es bei Themen der Organisationsentwicklung oder einem Coaching aus.
Ausbildung im gemeinschaftlichen Zusammenleben
Die Archegemeinschaft in St.Antoine bietet ab Herbst 2010 eine Ausbildung zum gemeinschaftlichen Leben an. Die Teilnehmenden leben für zwei Jahre in der Lebensgemeinschaft mit und besuchen wöchentlich Seminare und Reflexionsrunden. Mehr unter www.feve-nv.fr
So,
mit viel Dankbarkeit, dass diese Arbeit möglich ist, verabschiede ich mich bis zum Wiedersehen oder dem nächsten Rundbrief.
Karl-Heinz
Europäisches Institut Conflict-Culture-Cooperation, Karl-Heinz Bittl, Hochstr. 75, D- 90522 Oberasbach, 0049-911-6996494, info@eiccc.org, www.eiccc.org