Europäisches Institut Conflict-Culture-Cooperation zurück
Hallo, liebe Empfänger des Rundbriefs desEiCCC,
Ein Rückblick und ein Ausblick auf 2012
LDas Jahr 2011
Zeitenwende
Seit einiger Zeit wird über die große Wende berichtet. 2012 soll eine neue Epoche beginnen. Wir gehen in ein neues Zeitalter, so behaupten es die unterschiedlichsten Zeitenrechner. Es kommt von Sternenkonstellationen behaupten die einen. Andere, die dazu technologische Lösungsphantasien entwickeln (siehe der Film 2012), gehen von der großen Katastrophe aus, die von den Inkas vorhergesagt wurden. Wieder andere betrachten die aktuellen Veränderungen als eine Zeitenwende: Das wahre Gesicht eines Kapitalmarktes zeigt sich, in dem mit virtuellen Geldwetten ganze Staaten, und somit unzählige Menschen, in den Abgrund gezogen werden. Wieder andere sehen die Zeitenwende in den technologischen Grenzüberschreitungen, bei denen das Machbare zur Orientierung wird. So auch die Phantasie, dass Menschen genetisch perfekt „produziert“ werden könnten.
Krisenzeiten sind immer die Chance für das Neue und Gute. Krisenzeiten sind auch die Zeiten, in denen schlimmste Phantasien zu einer brutalen Wirklichkeit werden können. Wir haben es in der Hand. Das sollten wir nie vergessen. Wir entscheiden, ob wir die Zukunft den Sachzwängen und Ohnmachtsphantasien überlassen oder ob wir an unsere Werte, wie z.B. Menschenwürde, Gerechtigkeit, usw., glauben und diese als Orientierung für unser Wirken nehmen. Wir sind diejenigen, die entscheiden müssen, ob wir an die „Märkte“ glauben oder an unsere Grundwerte. Es ist diese, sich immer wiederholende Geschichte des Menschen. Die „Versuchung“ lieber an Geldwerte zu glauben, als an die Grundwerte. Es ist die Geschichte, die in den heiligen Schriften immerwieder aufgezeigt wird: „Leben und Tod lege ich Dir vor, wähl
e Du das Leben!“(Deuteronomium 10.1)ist der Auftrag, der im alten Herrschaftsvertrag von Gott an die Menschen gegeben wird. „Wähle Du das Leben!“ bedeutet den heutigen „Glaubensätzen“ zu misstrauen. Es besteht keine Notwendigkeit den „Märkten zu vertrauen“. Gerade das Gegenteil ist notwendig. Wir müssen den „Verwaltern der Märkte“ misstrauen. Wer sind denn diese „Märkte“? Es sind unsere Spareinlagen, unsere Lebensversicherungen, unsere Fonds, die wir skrupellosen Machern überlassen. Es sind auch unsere Steuern mit denen gerade Kriege geführt werden. Es sind unsere gewählten Regierungen, die eine gigantische Umverteilung der Güter zugunsten weniger Reicher unternehmen und es sind unsere Stimmen bei den Wahlen, die dann aus „taktischen“ Gründen zum Zwecke des Machterhalts verhökert werden.
Es sind wir, die wir diese Zeitenwende auslösen können. Nicht den Märkten, dürfen wir das Einsetzen von Regierungen überlassen. Nicht dem technologisch Machbaren die Zukunft dieser Erde anvertrauen. Nicht den Massenmedien unsere Vorstellung von unserem Leben anheimgeben. Die Zeitenwende ist kein Schicksal, das irgendwann über uns kommt. Sie ist unsere Entscheidung und unser „Glaubensakt“, wieder den verfassten Werten zu vertrauen.
Es geht um die Würde von uns Menschen, um die Gerechtigkeit in der Verteilung der Güter um ein Wirtschaften, das den Menschen dient. Es geht um die Schönheit, die in jedem „glücklichen“ Menschen innewohnt, um die Ehre und Wertschätzung, die wir für unser Wirken erhalten. Es geht um ein gesundes Leben, ohne Umweltzerstörung, vergifteter Nahrung oder verseuchter Kleidung. Das sind die Werte, die eine Grundorientierung für einen Frieden sind.
Die Zeitenwende hat schon lange begonnen. Seit mehr als 30 Jahren sind neue gerechte und gesunde Märkte entstanden. Es gibt Banken, die nach ethischen Kriterien ihre Gelder verwalten. Es gibt alternative Energien, die heute staatlich gefördert werden. Es gibt reichlich Erfahrung in der gewaltfreien Konfliktbearbeitung im In- und Ausland. Die heutige Hirnforschung hat eine wertorientierte Pädagogik bestätigt. Das „Lernen durch Wiederkäuen, Erniedrigen und Eintrichtern“ ist längst widerlegt. Elterninitiativen haben heute schon ein Netz von freien Schulen geschaffen, da sie nicht an die „Regelschulen“ mehr glauben. Auch in den Regelschulen werden Veränderungen sichtbar. Viele Lehrkräfte unterstützen die Schüler in ihrer eigenen Entwicklung. Viele Lehrkräfte riskieren dabei ihre Gesundheit in diesem Spannungsfeld von Wahrnehmung was kindgerecht ist und dem was von ihnen administrativ verlangt wird. Je nach Schulleitung, ist Schule heute eingebunden in ein Netzwerk zu Gunsten der Kinder. Viele erfahrene PädagogInnen unterstützen die bestehenden Schulen mit ihrer Kompetenz. Die Zeiten sind vorbei, in der sich Schule als entwicklungsresistent gegeben hat.
Die hoffnungsvolle Liste lässt sich fortsetzen. Wir können heute entscheiden, welchen Weg wir gehen können!
Ich bin Tag für Tag dankbar, dass ich Teil dieser Zeitenwende sein kann. Ich erhalte meine Anstöße, für das was ich tue, durch meine Familie. Sibylle, meine Frau und Liebe, konfrontiert mich mit der Notwendigkeit von Wertschätzung im alltäglichen Umgang. Sie teilt mit mir ihre Impulse, die sie aus ihrem Weg zur Yogalehrerin gewinnt. Ihr anderer Blick zur Welt ist meine Chance mich zu entwickeln. Mara und Joanna, unsere beiden Töchter, geben uns alltägliche die Chance klarer in dem zu sein, was wir von unserem Leben erwarten. Sei es eine herum hüpfende Mara, die gerade den Tanz für sich entdeckt oder eine pferdbegeisterte Joanna, die mich lehrt, welche Liebe in den einfachen Dingen zu finden sind. Gabriel und Samuel, meine Söhne, schenken mir eine Gewissheit, dass sich Hoffnungen auch weitergeben lassen. Gabriel hatte uns vor kurzem wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Musik ein großes Geschenk ist. Vor allem wenn sich in ihr die Leidenschaft einer ganzen Gruppe spürbar wird. Wer mal reinhören will: www.bertholini.de . Von ihm lerne ich auch gerade den Zugang zu den neuen Kommunikationsmitteln. Samuel ist Leiter des Centrums für globales Lernen in Nürnberg und ich freue mich über sein Ringen neue Impulse für mehr Gerechtigkeit zu setzen. Die Gespräche mit ihm sind inspirierend. Eine interessante Tagung in nächster Zeit handelt um Geld. www.CfGL.de/Geld
In meiner Arbeit bin ich eingebunden in die unterschiedlichsten Netzwerke. Ich bin dankbar für Euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, die ihr mit mir an unserer Idee weiterarbeitet. Viele Eurer Gedanken und Erfahrungen sind die Grundlage des ATCC-Ansatzes geworden. Ohne Euch gäbe es das alles nicht. Ich möchte im neuen Jahr dazu beitragen, dass sich dieses Netz verdichtet. Im Juni 2012 soll ein erstes Treffen des ATCC-Netzwerkes entstehen. Vielleicht entsteht daraus ein Verbund. Dazu gibt es gesondert eine Einladung.
Was wäre das Ganze ohne die vielen Menschen, mit denen ich arbeiten darf. Es sind die Seminare, Beratungen, Projekte und Kurse, die unsere Gedanken auf den Prüfstand bringen. Es ist das Aufleuchten der Augen, in einem Seminar, „wenn ein Groschen gefallen ist“ oder „wenn sich ein neuer Blick auftut“, für das ich dankbar bin. In diesem Jahr gab es viele bewegende Begegnungen und Augenblicke. Vielen Dank!
Ein großer Dank geht an meine Steuerberater. Wenn die nicht wären, würde ich manchmal an den Hürden des Alltags scheitern. Vielen Dank liebe Heumanns!
Hier im Einzelnen einige Projektbeispiele, Seminare, Kurse bei denen ich mitwirken durfte. Ich beginne lokal und gehe dann in die Welt.
Lebenswelt Konflikt
Das Projekt des Jugendamtes der Stadt Nürnberg geht nun ins 11 Jahr. In diesem Projekt gehe ich in Kindergärten, Horte und Schule und arbeite ein Schuljahr lang zur Gewaltprävention mit den ErzieherInnen und Lehrkräften, sowie den Kindern und den Eltern. Das letzte Schuljahr war in Altenfurt/ Moorenbrunn. Es gab in diesem Stadtteil einen hohen Bedarf an Elterntrainings, dem ich nachkommen konnte. Eine offene und interessierte Lehrerschaft motivierte mich, die Angebote in der Schule weiter auszubauen. Die Teams in Kindergarten und Hort entwickelten eigene fantastische Aktionen mit den Kindern. Dieses Schuljahr bin ich in Nürnberg Langwasser. Der Fokus ist dieses Jahr auf Kindergarten, Hort und den Eltern. Es gab einen ersten Elternabend zum Thema: Was macht mein Kind schlau? Interesse an einem Elterntraining ist reichlich vorhanden. Die Teams haben eine starke Motivation die Inhalte mit den Kindern auszuprobieren. Es macht viel Freude! Vielen Dank dafür.
Themen der Elternabende, zu denen ich gern in die Einrichtungen komme: www.eiccc.org/sem&1&13schule.htm
Weiterbildungen im Bereich des Bayerischen Bildungs und Erziehungsplans.
Auch hier ein Dankeschön. Die Weiterbildung zur Werteerziehung, den Gefühlswelten, der Konfliktbearbeitung und zur interkulturellen Kompetenz sind sehr gut besucht. Das intensive Arbeiten finde ich wichtig und die Tn gehen darauf ein. Ich freue mich über den Eifer, wie in die Lernprozesse gegangen wird.
Fachkreis Gewaltprävention
Einem Impuls von anderen Städten folgend, baue ich mit dem Jugendamt einen lokalen Fachkreis Gewaltprävention auf. Dieser Fachkreis soll sich als Netzwerk öffentlich stärker zeigen und dazu beitragen, dass die Notwendigkeit von gewaltpräventiven Projekten gesehen wird.
Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Bildungswerk für Friedensarbeit e.V. (FBF)
Einen großen Dank an Gaby, Anne und Roswitha, die das FBF gestalten und erhalten. Wie viele vielleicht wissen ist das FBF meine Wurzel für mein Engagement. Ich war vor 30 Jahren mit Gründer und dort als erste Friedensarbeiter von 1985 -2000 tätig. Seit meiner Freiberuflichkeit bin ich für den Bereich Fortbildungen und Internationales zuständig. Auch bin ich an der Entwicklung einzelner Projekte mitverantwortlich. Diese führe ich hier einmal auf:
Aus-und Weiterbildungen zur zivilen, gewaltfreie Konfliktbearbeitung
Grundkurs: Coaching for Change
Der Kurs endete im Frühjahr und sollte eigentlich als ein neuer Kurs 2011 wieder beginnen. Wir planten eine Kombination der Inhalte gesellschaftlichen Wandels mit alternativen „Lebensprojekten“. Leider fand dies nicht den nötigen Anklang. So werden wir keine Grundkurse in dieser Form mehr anbieten. Es scheint auch aktuell eine große Schwierigkeit zu sein einen Grundkurs für eine offene Zielgruppe anzubieten.
Ausbildung zur TrainerIn in ziviler, gewaltfreier Konfliktbearbeitung und transkulturellem Lernen (ATCC)
Ein neuer Kurs hat im Dezember 2011 begonnen. Die Ausbildung ist eine Kombination von methodischem Lernen von Gewaltprävention und transkulturellem Lernen. Dies gehört zusammen, da wir uns um kulturelle Belange erst kümmern, wenn sie zu einem Konflikt geführt haben. In diesem Sinn ist es wichtig Wege und Methoden zu finden, die beides in einen Zusammenhang bringen. Die Gruppe hat gerade die Minimalgröße von 6 Teilnehmenden erreicht. Da ich gerne mit einer etwas größeren Gruppe arbeiten möchte, besteht noch für zwei Personen die Möglichkeit im Januar einzusteigen. Der Kurs ist durch die aktuelle Konstruktion und Kombination mit einem anderen Kurs extrem günstig. Wenn Ihr also noch Menschen kennt, die TrainerIn werden wollen, dann gebt bitte die Information weiter.
Im Mai wird eine Ausbildung zur KonfliktberaterIn (ATCC) und Coach (ATCC) beginnen. Bei dieser Ausbildung wird der ATCC-Ansatz auf die Beratungsarbeit übertragen. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht, dass die Beratungsarbeit, die eine Beraterin durchführt, zu Ihr und Ihrem Klienten passt. Dieses erweiterte Spektrum ist besonders für die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft ausgerichtet. Nicht jede Methode passt zu jedem Menschen. Ausschreibung ist auf der Internetseite zu finden.
Der Grundkurs für Multiplikatoren als Begleitung des Projektes „Globale Perspektiven“ hatte dieses Jahr seine Hauptphase. Es fanden drei Seminare statt. Der Kurs endet im Januar 2012. Träger dieses Kurses sind der Weltfriedensdienst und viele andere Organisationen. Mehr unter: www.global-generation.org
Das WIR-Projekt
Endlich haben wir die Mittel die Materialien für das „WIR-Set“ zusammenzustellen. Es entsteht ein Methodenhandbuch, eine Materialkoffer, eine Ausbildung für „WIR-TrainerInnen“ . Das WIR-Projekt für die Grund- und Förderschulen wird von vielen Schulen angefragt. Es finden tatsächlich Veränderungen in der Klasse statt. Die Brückenmodule bereichern den Unterricht und verstetigen den Konfliktbearbeitungsansatz. Mit dem zu Grunde liegenden ATCC-Konzept ermöglichen wir den Kindern wie den Lehrkräften auf die vorhandenen Potentiale zurückzugreifen und diese auch zu nutzen. Damit sind wir an einer wichtigen Etappe unserer Entwicklungsphase angelangt. Wir können nun Menschen für die Nutzung dieser Methode ausbilden. Wer Interesse hat, diese Methode in Schulen einzuführen und eine entsprechende Vorerfahrung mitbringt, kann sich gerne als WIR-TrainerIn ausbilden lassen. Der Kurs beginnt im Februar in Nürnberg. Wir kommen aber auch in andere Regionen. Mehr unter: www.eiccc.org/sem&1&13WIR.htm
Elternabende und Elterntrainings
Ich hatte das Vergnügen an mehreren Elternabenden als Referent eingeladen zu werden. Ich habe mein Themenspektrum entsprechend erweitert. So biete ich gerade folgende Elternabende an:
Kinder zu Werten erziehen
Was macht mein Kind schlau?
Kinder brauchen Grenzen – Eltern auch!
Gewalt im Kinderzimmer
Was braucht mein Kind wirklich?
Oder das dreiteilige Elterntraining, das Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützt und stärkt.
Mehr: www.eiccc.org/sem&1&13schule.htm
Bücherkoffer zu Trennung und Scheidung
Viele Horte, Kindergärten und Grundschulen sind mit dem Thema: Trennung der Eltern konfrontiert. Ich stelle gerade eine kommentierte Liste von Büchern für Kinder in Kindergarten und Grundschule zum Thema Trennung und Scheidung zusammen. Die Liste kann bei mir angefordert werden. Sie ist auch bald auf der Homepage zu finden. Mit den Büchern komme ich gerne zu einer pädagogischen Weiterbildung in Kindergärten oder Hortteams.
Schulentwicklung
Ich freue mich, wenn ich freie Schulen in den „Mühen der Ebenen“ eine Unterstützung sein kann. Die alltäglichen Spannungsfelder zwischen dem Alltag und dem anzustrebenden Ideal finden zwischen Lehrkraft und Schülern und unter den Lehrkräften ausreichend Konfliktstoff. Auch hier erlebe ich wie der ATCC-Ansatz zu einer Entlastung und neuen Perspektiven führt. Eine bemerkenswerte Schule ist hier die Montessorischule in Wertingen. Ihre Antwort auf die wichtige Entwicklungsphase der Jugendlichen in der 7. und 8. Klasse ist die Rekonstruktion eines alten Bauernhauses. So etwas schafft nur ein Team, das den Mut hat sich mit sich offen auseinanderzusetzen! Vielen Dank, dass ich da etwas dazu beitragen konnte. Wer mal eine dem Kind gerechte Schule besuchen will: Wertingen liegt zwischen Augsburg und Donauwörth. Auch das Raumkonzept, der dritte Pädagoge, ist sehenswert. www.montessori-schule-wertingen.de
Mittagsbetreuung wird professionell
Die anfängliche „billige Lösung“ der Betreuung der Schulkinder in bayerischen Schulen wächst zunehmend aus ihrem permanenten Provisorium heraus. Manche Teams erhalten dabei von ihrem Träger eine Unterstützung in der Entwicklung durch ein Coaching. Ich begleite einige Teams dabei.
Supervision und Coaching von Teams und Leitungspersonal
Seit vielen Jahren unterstütze ich pädagogische Teams und Leitungen durch Supervision und Coaching. Ein Team begleite ich schon sehr lange. Es ist das Kleinstheim Junge Lebensgemeinschaft im dörflichen Unterleinleitern. Das Ringen um das Wohl, der ihnen anvertrauten Kinder ist nicht einfach. Hochachtung vor dem was Ihr tut und vielen Dank, dass ich euch so lange immer wieder zu einem „Drauf-Blick“ (Supervision) einladen durfte. http://jule2.gsl-eggolsheim.de Eine weitere Entwicklung: Seit Mitte des Jahres bin ich für die GIZ in deren Coaching-Pool und freue mich auf interessante Beratungsprozesse.
Lokaler Aktionsplan für Demokratie und Toleranz
Ich hatte dieses Jahr den Auftrag angenommen drei Städte im nordbayerischen Raum für das Bundesprogramm „lokaler Aktionsplan für Demokratie und Toleranz“ zu coachen. Nach einem einjährigen Versuch in „Demokratie und Toleranz“ habe ich mich entschieden, dies nicht fortzusetzen. Ich konnte nicht mit einem guten Gewissen an diesem Projekt weiterarbeiten. Es sind für mich zu viele Widersprüche in den ministeriellen Absichtserklärungen, der Administration und der lokalen Umsetzung. Ich habe lange mit mir gerungen, da es viele bemerkenswerte zivilgesellschaftliche Initiativen in diesen Städten gibt. Doch die strukturelle Seite ist ein so gewaltiger Ballast, dass es schon beispielhafte und starke zivilgesellschaftliche Netzwerke braucht, um das Programm sinnvoll zu nutzen. Es ist auch gut, seine eigenen Grenzen zu erkennen und einen guten Supervisor zu haben, der einen immer wieder daran erinnert. Vielen, vielen Dank, Anton!!!
Tagungen:
Versöhnungsbund Jahrestagung
Auch dieses Jahr durfte ich an der Jahrestagung des Versöhnungsbundes teilnehmen. Die sehr familiäre Veranstaltung setzte sich mit der Frage nach Krieg und Frieden in Afghanistan auseinander. Es gab viele Impulse und viele neue Kontakte. Ich freute mich, dass ich den Versuch unternehmen konnte um mit Improvisationstanz an diesem Thema zu arbeiten. Es war ein für mich wieder ein Workshop, der für mich selbst einige neue Impuls brachte.
Friedenspädagogik eine Erfolgsgeschichte
Diesen Vortrag konnte ich auf der Tagung der Evang. Akademie in Thüringen halten. In dieser Friedenkonsultation wurde das Thema: „Selig sind, die Frieden bilden.“ mit unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Aus der Podiumsdiskussion und den anschließenden Gesprächen entstand eine Idee für ein Planspiel zur zivilen, gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Es entstand auch ein epd-dokumentation, in dem die Vorträge nachzulesen sind. Epd-dokumentation-Reader Nr. 49, 6.12.2011, www.epd.de
Fachgespräch der Friedenspädagogen
In dem Fachgespräch der deutschsprachigen Friedenspädagogen zum Thema: Antimilitarismus und Gewaltfreiheit, bot ich einen Workshop zum Thema: Männlichkeit und Militarismus an. Ich entdeckte wie schwierig es ist, heute dieses Thema aufzugreifen. Die Verherrlichung des Kriegseinsatzes als „Friedensmissionen“ und der Stilisierung der Opfer als „Märtyrer für den Friedens“ verschleiert die „Kollateralschäden“ für unsere Gesellschaft. Es entsteht z.B. eine alltägliche Duldung der Nutzung von Kriegsspielen bei Kindern. Die martialische Militärbekleidung als Mode, ist ebenfalls eine Folge der aktuellen Verherrlichung von Kriegen. Weiterhin kann die „Abwertung der männlichen Kompetenzen“ im Produktionsbereich dazu führen, dass ein Krieg als eine wichtige Aufwertung der „Bedeutung der Männlichkeit“ gesehen wird. Ein sehr lesenswerter Vortrag von Reiner Steinweg: Wie ist die Gewaltlosigkeit beim Umbruch in Ägypten zu erklären? ist auf der Homepage zu finden.
Planspiel: zivil ist besser
Eine kleine Gruppe aus Mitarbeitern des FBF und des Friedenskreises Halle hat sich vorgenommen, bis zum Ende 2012 ein Planspiel zur zivile, gewaltfreien Konfliktbearbeitung zu entwickeln. Wir haben aus unterschiedlichen Fördertöpfen Mittel für die Entwicklung erhalten. Das Team ist schon kräftig am arbeiten. Im Sommer wird eine erste Erprobung des entwickelten Planspiels stattfinden. Das Planspiel soll nicht länger als 8 Schulstunden dauern und mit einem kleinen Aufwand von Schulklassen, ab 9. Klasse, genutzt werden. Wer an der ersten Erprobung dabei sein will, kann sich gerne an mich wenden.
Projekte in Südtirol
Es gibt eine Region in Europa in der es eine beispielhafte Weiterbildungskultur gibt. Wo Weiterbildung als keine Strafe gesehen, sondern ein wichtiges Gut ist. Professionelle Weiterbildung ist dort mit Anerkennung und Wertschätzung verbunden. Teilnehmende wie Referenten sind motiviert in einen gemeinsamen Lernprozess zu gehen um sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Ich bin immer wieder dankbar, dass ich dort meine Kompetenz einbringen kann. Es ist ein so wunderbares erleben, wie z.B. Lehrkräfte einfach wirklich Lust und Freude an der eigenen Weiterentwicklung haben. Das Land Südtirol bietet jedem, der interessiert ist, ein unglaublich vielfältiges Angebot an günstigen beruflichen Weiterbildungen an.
In Zusammenarbeit mit der Cusanus-Akademie, Brixen:
Ausbildung zur KonfliktberaterIn und Coach (ATCC)
Im Oktober begann die Ausbildung mit 12 Teilnehmenden. Die Ausbildung qualifiziert zur Beratungsarbeit und Tätigkeit als Coach mit dem ATCC-Ansatz. Die Teilnehmenden kommen aus sehr unterschiedlichen Berufsfeldern und ergänzen sich wunderbar.
Werte und Kultur
In dieser dreiteiligen Weiterbildung gemeinsam mit dem Bildungsressort: Innovation und Beratung, arbeiteten wir an den unterschiedlichsten Werten, die für das Jugendalter relevant sind. Ein Höhepunkt war, als wir mit Storytelling an dem Wert „Schönheit“ arbeiteten. „Schönheit“ ist gerade in der Adoleszenz eine Sehnsucht und Herausforderung für Jungs wie für Mädchen. Doch wer ist „schön“? Wer bestimmt Schönheit? Zum Ende des Kurses arbeiteten wir noch mit Übungen aus den Zivilcouragetrainings. Wie schaffen wir es Werte in einer Gesellschaft zu thematisieren, die kein Interesse, ja sogar Angst vor dieser Wertediskussion hat. Dazu braucht es Mut. Der neue Kurs beginnt 27.-28.08.2012
Lehrgang: Interkulturelle Kompetenz
Auch dieses Jahr fand der Grundkurs zur Interkulturellen Kompetenz statt. Wir sind ein Dozententeam, dass sich gegenseitig ergänzt und wertschätzt. Dies spüren die Teilnehmenden. Es wurden sehr schöne Projektideen entwickelt und umgesetzt. Der neue Kurs beginnt im April 2012
Interkulturelle Kompetenz für MitarbeiterInnen der Arbeitsvermittlung
Aus dem Lehrgang entwickelten wir einen Kurs für MitarbeiterInnen in der Arbeitsvermittlung. Es geht dabei um eine kulturelle Sensibilisierung. Die Teilnehmenden werden befähigt Differenzen rechtzeitig wahrzunehmen und diese potentialorientierte umzusetzen.
In der Lehrerfortbildung:
Werteerziehung
Ich führte einige Seminar zur Werteerziehung durch Bilderbücher für Grundschullehrkräfte und Erzieherinnen durch, es gab einige Pädagogische Tage zur Werteerziehung. Ich freue mich, dass der Werteansatz, mit dem ich arbeite sich als sehr praktisch in die Schule und Kindertagesstätte integrieren lässt.
Schulhausintere Beratung
Das Projekt der schulhausinternen Berater an beruflichen Schulen ist für mich ein großes Beispiel wie eine Schule jugendgerecht und integrativ arbeiten kann. Schulverweigerer werden von kompetenten Lehrkräften rechtzeitig konfrontiert und mit kreativen Methoden dazu gebracht, sich mit dieser Verweigerungshaltung auseinander zu setzen. Die Berater arbeiten in einem Netz von motivierten KollegInnen, den Integrationslehrkräften und den staatlichen Unterstützungssystemen. Einmal im Jahr treffen sich die BeraterInnen zu einer Weiterbildung und qualifizieren sich weiter. Schulhausintern gibt es ebenfalls die Gelegenheit sich mit einem Themenschwerpunkt gemeinsam mit den Integrationslehrpersonen weiterzubilden. Vielen Dank, dass ich Euch dabei unterstützen darf!!!
Wertvermittlung und Schulentwicklung
Aus einer Tutorenfortbildung ergab sich der Kontakt mit der landwirtschaftlichen Fachschule in Laimburg. Für die nächsten Jahre ist eine Schulentwicklung geplant, die ich begleiten darf. Der Zugang sind die Werte unserer Gesellschaft. Wie können die Lehrkraft und der Schüler einen Weg finden um auch zukünftig miteinander in Würde umzugehen? Wie kann Verantwortung für die Natur übernommen werden, um ein gesundes Leben zu unterstützen? Wie kann das Leben eines Landwirts in Zukunft aussehen? Welche Kompetenzen muss er mitbekommen, damit er in diesem Leben auch glücklich werden kann? Wie kann der Glaube dabei eine werte-volle Unterstützung sein? Ich freue mich schon auf diese Zusammenarbeit.
KIK deutsch-tschechische Projekte
In Zusammenarbeit mit Pontes, dem FBF und Tandem bieten Dana Moree und ich eine Ausbildung zur transkulturellen TrainerIn an. Die Teilnehmenden kommen aus den unterschiedlichsten NGO´s in Tschechien und Deutschland. Aus diesem Ausbildungsprojekt werden zwei Seminare angeboten. Das erste Seminar dreht sich um „werte-volles Leben“ und findet vom 2.-4.2.2012 in Deinsdorf bei Nürnberg statt. Wir suchen in dem Seminar nach Antworten auf die aktuellen Krisen. Das zweite Seminar findet vom 20.-23.6.2012 im Böhmerwald statt und handelt um die „Nomaden der Zukunft“. Die Ausschreibungen sind auf der Homepage zu finden. Herzliche Einladung!
Deutsch-französische Zusammenarbeit
Im Januar 2012 endet der Kurs zum DFJW-Coach. Hier handelt es sich um die 3 teilige Ausbildung von kompetenten TrainerInnen, damit sie Organisationen in der deutsch-französischen Arbeit ermutigen und in der Zusammenarbeit unterstützen können. Hier arbeite ich mit Anna Royon und vom Büro IV mit Dominique Granoux und Géraldine Boiteau zusammen. Vielen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit! Mehr zu den Coaches: http://www.dfjw.org/beratung und http://www.ofaj.org/conseil
FEVE-St. Antoine
Dieses Projekt begeistert mich immer wieder. Es handelt sich um eine zweijährige „Ausbildung“ zum gemeinsamen Leben im Sinne der Gewaltfreiheit. Ca. 12-15 junge Menschen leben für ein Jahr in der Gemeinschaft der Arche, arbeiten dort mit und bekommen von vielen Interessanten Referenten vielfältigste Qualifikationen an die Hand. Im zweiten Jahr sollen die Teilnehmenden in andere Gemeinschaftsprojekte gehen, oder selbst eines aufbauen. Sie werden in dieser Phase auch weiterhin durch Seminare und Reflexionen unterstützt. Ich arbeite mit den „Feveainiern“ zu den Gruppenprozessen und Macht. Ich habe durch diese Zusammenarbeit selbst einige wichtige Antworten für mich gefunden. Vielen DANK liebe Archegemeinschaft für diese Zusammenarbeit! Plus: http://www.feve-nv.com
TaKeTiNa und Group Relation
Die Mischung passt. Barbara Peschke und ich haben einen sagenhaften Workshop zum Lernen von Gruppenprozessen entwickelt. 2011 haben wir dies mit einer deutsch-französischen Gruppe wieder ausprobiert. Aus den Rückmeldungen der Teilnehmenden und der eigenen Erfahrung wissen wir, dass diese Kombination ein reiches Lernfeld zur Gruppe und deren Prozesse ist. Wer mehr dazu wissen will kann dies auf der Homepage tun, wer es selbst erleben will: ein deutschsprachiges Angebot ist vom 1.-5.5.2012 in Brixen. Angedacht ist ein zweiter Kurs in Südfrankreich im Sommer. Vielen Dank Barbara für diese Zusammenarbeit!
Movement Aktion Plan
In der letzten Woche vor Weihnachten ergab sich noch die Möglichkeitmit Tamilen zu dem Movement Aktion Plan in der Kur
ve Wustrow zu arbeiten. Hierhabe ich das Gefühl dass sich wieder einmal die Kreise berühren. Wie kann eine Gesellschaft geschaffen werden, die sich an den Grundwerten und den Menschenrechten orientiert? Diese Frage beschäftigt mich seit dem ich aktiv bin. Hier konnte ich etwas von dem, was Bill Moyer mir vermittelt hat, mit Karen Johne weiterentwickeln. In das Konzept fließt nun das ATCC-Machtraum-Modell mit ein und hilft Menschen aus sozialen Bewegungen ihre Aktivitäten weiterzuentwickeln. Auch hier ein großer Dank an das Kurve Team und an die Organisationen in Sri Lanka, die sich für Minderheiten und Gerechtigkeit einsetzen www.kurvewustrow.org !
ATCC-Machtraum-Modell
Wer mehr dazu erfahren will, dem kann ich gerne eine Skizze zusenden. info@eiccc.org
Perspektivisch für das neue Jahr möchte ich versuchen, diese Entwicklungen auch an andere NGO´s, die sich in Transformationsgesellschaften befinden weitergeben. Wenn Ihr Kontakte nach Tunesien oder Marokko habt, wäre ich sehr dankbar, wenn wir da zusammen kämen.
Das kommende Jahr wird einiges zu bieten haben:
Eine kleine Auswahl empfehlenswerter Literatur:
Eine Terminübersicht:
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18.-21.1.2012 |
Letzte Einstiegsmöglichkeit in die Ausbildung zur zivilen, gewaltfreien Konfliktbearbeitung und transkulturellen TrainerIn (ATCC) |
Kassel/ Halle |
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23.-26.1.2012 |
Seminar der DFJW-Berater |
Berlin |
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26.1.-28.1.2012 |
Abschlussseminar des Grundkurses: Globale Perspektiven |
Großhennersdorf |
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2.-4.2.2012 |
„Werte-volles Leben“ offene deutsch-tschechische Zukunftswerkstatt, Wer will mitdenken? |
Deinsdorf bei Nürberg |
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7.2.2012, 19.00 Uhr |
Orientierungsabend für mögliche WIR-TrainerInnen, |
Nürnberg |
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14.-15.2.2012 |
Interkulturelle Kompetenz für Arbeitsvermittler, |
Brixen |
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24.-25.2.2012 |
Beginn der Ausbildung zur WIR-TrainerIn |
Nürnberg |
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19.-20.4.2012 |
Beginn des Kurses: Interkulturelle Kompetenz |
Brixen |
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1.-5.5.2012 |
Lernfeld Gruppe – TaKeTiNa und Group Relation |
Sarns, Brixen |
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19.5.2012 |
Tagung des Ruth-Cohn-Instituts: VON DER OHNMACHT ZUR ZIVILCOURAGE, www.rci-franken.de |
Nürnberg |
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14.-16.6.2012 |
Orientierungsseminar: Ausbildung zur Konfliktberatung (ATCC) |
Kassel |
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21.-23.6.2012 |
Nomaden der Zukunft, dt.cz. Zukunftswerkstatt |
Böhmerwald |
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28.-30.6.2012 |
Netzwerktreffen des ATCC-Dachverbandes |
Woserin |
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23.-24.8.2012 |
Wertevermittlung an beruflichen Schulen |
Bozen |
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27.-28.8.2012 |
Beginn Kurs: Werte und Kultur für die Jugendarbeit |
Brixen |
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29.-30.8.2012 |
Vertiefungsseminar: Schulhausinterne Beratung |
Bozen |
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6.-8.9.2012 |
Beginn: Ausbildung zur KonfliktberaterIn (ATCC) |
Kassel |
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24.-25.9.2012 |
Jahrestagung: FriedenspädagogInnen |
Basel |
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Weitere Termine sind auf www.eiccc.org zu finden.
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Alles Gute nun für diese kommende Zeit und hoffentlich sehen wir uns bald wieder!
Karl-Heinz Bittl
Alternativbanken für Geldanlagen: www.gls.de, www.umweltbank.de, www.ethikbank.de, www.ordensbank.de,
Europäisches Institut Conflict-Culture-Cooperation, Karl-Heinz Bittl, Hochstr. 75, D- 90522 Oberasbach, 0049-911-6996494, info@eiccc.org, www.eiccc.org